Ein Kloster wird Knabenschule

Um 1140 gründeten Graf Ludwig von Wippra und seine Gemahlin Mechthilde ein Kloster am Westrand des Dorfes Rostenleba, dem heutigen Roßleben. Am 22. Februar 1142 erhielt das Kloster die Bestätigungsurkunde durch Papst Innozenz II. und am 24. Februar 1174 den Schutzbrief von Kaiser Friedrich Barbarossa. Infolge des Thüringer Grafenkrieges (1341–45) erhielt der landgräfliche Hofrichter, Kristan von Witzleben, 1355 die Burg Wendelstein als erbliches Lehen. Damit war die Vogtei über das Kloster verbunden.
Im Zuge der Reformation wurde das Kloster um 1540 aufgegeben. Der Schirmvogt, Ritter und Doktor beider Rechte, Heinrich von Witzleben, gründete 1554 mit Unterstützung von Georg Fabricius in dem ehemaligen Kloster eine Knabenschule für zunächst 60 Schüler. Ganz im Sinne Martin Luthers sollte sie „eine Schule für alle Befähigten“ werden, unabhängig von der sozialen Herkunft ihrer Schüler.